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Filmtitel:  Flanell No.5

 

Gutachten der Filmbewertungsstelle:

 

Der Bewertungsausschuß hat dem Film mit 4:1 Stimmen das Prädikat "besonders wertvoll" erteilt.

Mit leichter Hand, locker und spritzig wird der Zuschauer in das Leben von fünf Ballettänzerinnen eingeführt, in ihre Träume, ihre Probleme und ihre mühselige Probenarbeit. Dabei entspricht "Flanell No.5" so gar nicht dem Klischee des "Tanzfilms". Nicht programmatisch wird das Filmgeschehen dargeboten, vielmehr wird ein Reigen kurzer kleiner Szenen aufgeblättert, indem vieles nur angedeutet, aber nicht mühselig durchgespielt wird. Alles bleibt offen, mit Anspielungen versetzt, häufig ironisch oder durch skurrile Einfälle gebrochen.

Die Regisseurin "klebt" nicht an der Geschichte, sondern versteht es, immer wieder rechtzeitig loszulassen. Durch scheinbare Naivität und Einfachheit gelingt es ihr, die möglichen Klippen eines ambitionierten Hochschulfilms zu umschiffen. Geradezu hervorragend werden die Übergänge von der Realität zum Tanz - und umgekehrt - fast unmerklich und fließend gestaltet. So fügen sich die Tanzszenen bruchlos in die Handlung und transportieren zugleich die Träume der jungen Frauen. Deren Biografie gewinnt nach und nach Konturen. Mit viel Witz wird auf die realen Widersprüche ihrer Existenz angespielt. Die "Personengalerie" ist in den Typen gut getroffen und nicht übertrieben. Die Ausstattung, die stimmungsvolle Fotografie und die dezente Musik sind positiv hervorzuheben.

Im Entwurf gezeichnet: Hauke Lange-Fuchs.

Als Beisitzer haben mitgewirkt: Hans Borgelt, Kurt Johen, Eva Orbanz, Margarete von Schwarzkopf.